Kapellen und Heiligenhäuschen

Kapellen und Heiligenhäuschen

Devotionskapelle Viersen Hamm

Die Kapelle an der Alten Bachstraße in Viersen-Hamm wurde 1911 nach einem Entwurf des Stadtbaumeisters Eugen Frielingsdorf errichtet (fertig gestellt vielleicht erst 1913), auf Betreiben der Pfarr-gemeinde St. Josef und eines eigens hierfür gebildeten Komitees. Das Grundstück stellte der Landwirt Wellers zur Verfügung. Wegen der schon damals vorhandenen Abtrennungsbestrebungen für eine eigene Pfarre im wachsenden Stadtteil Hamm musste von der Pfarrgemeinde gegenüber der Stadt eigens versichert werden, dass die neubarocke Kapelle mit Portalvorbau (Dreiecksgiebel über Säulen) nicht zu Gottesdienstzwecken, sondern lediglich als "Heiligenhäuschen" dienen sollte. Die Ausstattung, darunter mehrere Heiligenfiguren, stifteten v.a. Kommerzienrat Josef Kaiser und Frau sowie Landwirte von der Donk. Auf ihrem Walmdach besaß die Kapelle eigens einen Dachreiter mit Glocke, die zur Andacht an Verstorbene der Sektion läutete. Auch die Bittprozessionen der Pfarre schlossen die Kapelle ein. 

1926 - 27 wurde neben der Kapelle ein Ehrenmal für die Gefallenen  des  Ersten  Weltkriegs  eingerichtet. Anfang der 1960er  Jahre  befand  sich die Kapelle in stark  sanierungsbedürftigem  Zustand.  Gemeinsam Foto: Wikipedia - Beschreibung der Denkmalbehörde              mit der inzwischen neu begründeten Kirchen-gemeinde St. Marien beschlossen die örtlichen Vereine daraufhin eine völlige Neugestaltung, die 1962 umgesetzt wurde. Das Äußere wurde durchgreifend verändert, und das ursprünglich neben der Kapelle befindliche Ehrenmal wurde in die Kapelle integriert, unter Aufgabe der alten Ausstattung. Der Umbau 1962 veränderte das Erscheinungsbild der Kapelle grundlegend. Der Portalvorbau wurde ersatzlos abgebrochen und dafür dem Kapellenraum eine neue Fassade in "expressionistischen" Formen, wie sie eigentlich für die 1920er Jahre typisch waren, vorgesetzt. Prägend sind jetzt v.a. das reine Spitzbogenportal (d.h. die Bogenscheitel setzen direkt auf dem Grund auf) und die vom Boden zunächst nach innen geneigten Seiten, deren Linie unterhalb der Traufe dann wieder kurz nach außen geführt ist. Portal- und Fenstergewände sind klinkersichtig belassen, die Fassade selbst wie der gesamte Baukörper hell verputzt. Hinter der Fassade wurde der alte Baukörper von 1911 im Kern erhalten, er bekam jedoch ein neues Dach (Satteldach, über dem dreiseitigen Chor abgewalmt) und neue, ebenfalls dreieckig-spitzbogige Fensteröffnungen seitlich und am Chor. Der Dachreiter wurde beseitigt. Nicht durchfenstert ist die Stirnwand des Chores, sie bildet den geschlossenen Hintergrund für das Ehrenmal im Inneren, einen gemauerten Altartisch, über den sich ein Naturstein mit herausgearbeitetem Kreuz erhebt, darin die Inschrift "Sie starben für Euch". Als Devotionskapelle und seit den 1960er Jahren bis heute als Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege ist die Kapelle an der Alten Bachstraße 1 in Viersen-Hamm bedeutend für Viersen.

Bosch Heiligenhäuschen

Die 1720 errichtete, volkstümlich nach ihrem Stifter Booschhellijehüske (Bosch-Heiligenhäuschen) genannte Kapelle befindet sich vor dem Ort des untergegangenen Klosters St. Pauli. Sie war und ist heute wieder der Schlusspunkt des Fußfall-Stationsweges von St. Remigius zum ehemaligen Kloster. Eine Sandsteinplatte über dem Eingang trägt als Inschrift Stifternamen und -datum: AD 1720 IHS [mit Herz und Kreuz] Antonvs Bosch. Margareta Bratel. Antonius Bosch war Verwalter der Wirtschaft des Klosters St. Pauli und ließ die Kapelle zu Ehren der Himmelskönigin errichten. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Kapelle in Verfall geraten und musste daher 1927 umfassend instand gesetzt werden. Die ursprünglich in der Kapelle befindliche Madonna (2. Hälfte 15. Jahrhundert, aus dem Kloster St. Pauli) gelangte dabei in den Kunsthandel, konnte aber für die Kirche St. Josef zurückgekauft werden. Im Heiligenhäuschen steht seitdem eine Tonstatue der Himmelskönigin (Tönisberger Tonwerke).
Die Backsteinkapelle erhebt sich auf rechteckigem Grundriss mit einem dreiseitigen Abschluss. Das Dach ist mit Schiefer gedeckt, der Eingang korbbogig und  von kräftig profilierten Backsteinkämpfern
Foto: Wikipedia - Beschreibung der Denkmalbehörde      gerahmt. Die Seitenwände sind durch rechteckige Blendfelder ge-gliedert. Im Giebel findet sich die erwähnte Inschriftplatte aus Sandstein, eine weitere Stifterinschrift ist am schmiedeeisernen Giebelkreuz angebracht: eine herzförmige Kupferplatte mit getriebener Inschrift TBMB 1720. Eine schwere Eichentür mit durch gedrechselte Stäbe geschlossenem Fenster (Traljen) führt ins Innere, das von einem Kreuzgratgewölbe überfangen wird. An der Rückwand steht der Altar mit der Muttergottes, der Boden ist mit Schmuckfliesen ausgelegt.

Kriegergedächtniskapelle hinter der Remigiuskirche

Die Friedhofs- oder Kreuzkapelle wurde 1842 durch den Maurermeister Johann Schnitzler als Abschluss der Friedhofserweiterung der 30er Jahre einigermaßen genau in der Achse der Remigiuskirche errichtet. Der über annähernd quadratischem Grundriss sich erhebende recht hohe und an drei Seiten verputzte Backsteinbau ist mit einem weit überstehenden Satteldach gedeckt, dessen Sparrenköpfe profiliert und dessen Pfetten an der Friedhofsseite mit Kopfbändern abgestützt sind. Zum Friedhof hin besitzt die Kapelle eine weite und hohe Rechtecköffnung, die durch Pfeiler über attischen Basen gerahmt wird. Eine verglaste Metallkonstruktion schließt heute dies Öffnung, und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass zusammen mit der Errichtung dieser Konstruktion der Sturz verändert wurde. Ein Rundfenster in der Südseite ist nach dem Zweiten Weltkrieg erst im Zusammenhang mit der Versetzung des von Prof. Karl Burger geschaffenen Kriegermals an die Außenwand, die zugleich anscheinend verstärkt wurde, gebrochen worden. Im Innern besitzt die Kapelle einen Blausteinboden mit in weißem Marmor eingelegten Kreuzmotiven. Zur ursprünglichen Ausstattung gehören ein Kruzifixus und ein Vesperbild, beide von Wilhelm van den Wyenbergh in Kevelaer geschaffen.

Foto: Wikipedia - Beschreibung der Denkmalbehörde         Die Kapelle ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, weil sie vom Glauben der Menschen um die Mitte des 19. Jahrhunderts zeugt, einer Zeit, in der verhältnismäßig wenige Sakralbauten am Niederrhein entstanden sind. Hierzu trägt die Tatsache bei, dass die Finanzierung durch Sammlungen an den Kirchentüren, freiwillige Beiträge und Geschenke erfolgte. Als sekundäre Bedeutungsschicht ist die Widmung als Kriegergedächtnisstätte nach dem Ersten Weltkrieg zu nennen.

Aus der Chronik St. Remigius:

Kriegergedächtniskapelle

Im Hintergrund des Friedhofes befindet sich die Kriegergedächtniskapelle, die jetzt eine würdige ...ungsstätte an die gefallenen Helden des Weltkrieges und des gegenwärtigen Krieges ist und bleiben wird.

altes Relief

Das Relief mit dem Auferstandenen, der schmerzhaften Mutter und dem Erzengel Michael, das vor Zeiten einmal in unserer Kirche angebracht war und dann dem Unmut der Pfarrkinder weichen mußte, ist noch weiter zurückgedrängt worden und befindet sich an der Außenseite der Kriegergedächtniskapelle.

Altar mit Kreuz

An der Rückwand unserer Kapelle steht ein Altar, auf dem gelegentlich für die auf dem Friedhof ruhenden Pfarrkinder und Pfarrer und besonders für die gefallenen Soldaten das hl. Opfer gefeiert werden soll. Über dem Altar hängt das Kreuz mit dem erneuerten schönen ..firms.

Pieta

Rechts steht die Pieta, das Schmerzensbild, vor dem unzählige Pfarrkinder bereits in schweren Stunden Trost gesucht und gefunden haben. Diese Pieta stand früher in unserer Kirche ( auf dem linken Seitenaltar und später draußen an der Sakristei. Jetzt hat sie wieder einen würdigen Platz gefunden.

neues Rundfenster

Über der Pieta sehen wir im neuen Rundfenster den Auferstandenen mit Engeln und Soldaten. Die im Kriege Gefallenen, so will uns das Bild sagen, werden mit ihrem Erlöser auferstehen und leben.

Ehrentafel

Der Pieta gegenüber  sind die Namen der 291 aus unserer Pfarre im Weltkrieg gefallenen Soldaten  suf der großen Ehrentafel in gut leserlichen Schrift eingraphiert. Die vielen Namen künden uns immerfort von der Not des Krieges und von den unzähligen Opfern, die er an Gut .....  gefordert hat. Diese Namen rufen den Besuchern zu: "Gedenkt derer, die für euch ihr Leben hingegeben haben." Die Schriftstelle über dem Eingang: "Sie waren bereit für Gestz und Vaterland zu sterben", soll uns daran erinnern, daß der Soldat für die große, heilige Gemeinschaft, das Vaterland, sein Leben geopfert hat.

 

 

So wollen wir uns der Erneuerung unseres Friedhofs freuen und diese Stätte gerne besuchen und in Ehren halten."

Heiligenhäuschen in Heimer

 
 
Im Jahre 1864 stiftet die Familie Schürkes das Heiligenhäuschen an der Heimerstraße im Andenken an die Mission, die Pfarrer Hubert Erkens im gleichen Jahr in Helenabrunn abhalten lässt.

Seinen ursprünglichen Standort hat das Heiligen-häuschen bis 1951 im Garten des nebenstehenden Bauernhofes Heimerstraße 87/89.

Beschreibung der Denkmalbehörde                                    Das Häuschen aus Sandstein ist etwa 3,25 m hoch und baut sich aus 3 Bauelementen auf: Der zweigeteilte Sockelbereich wird im unteren Teil durch die drei christlichen Symbole Anker, Kreuz und Herz im Flachrelief verziert. Darüber folgt die Inschrift: Rette/Deine Seele/1864. Im Mittelstück befindet sich eine vergitterte Rundbogennische mit Figuren aus Ton, die die heilige Familie Joseph, Maria und den Jesusknaben darstellen. Unter der weiß gefassten Gruppe, die die obere Hälfte der Nische einnimmt, sitzt eine weitere flache Korbbogennische, die vermutlich ehemals zur Aufnahme des Allerheiligsten dient. Ein giebelartiger Schlussstein mit einem bekrönenden Kreuz und einem Korpus aus Ton bilden den Abschluss des Heiligenhäuschens.

Wegekapelle Tiefenstraße

Beschreibung der Denkmalbehörde

Die einschiffige Wegekapelle mit flachrunder Apsis wurde vermutlich 1864 an der Tiefenstraße errichtet.

Der axialsymmetrische Baukörper erfährt eine Gliederung durch rote und gelbe Backsteine, die aus dem nahe gelegenen Tonverarbeitungswerk von Johann Heinrich Plattes stammen. Der Giebel mit steigendem Spitzbogenfries findet seinen Abschluss in einem aufgesetzten Wetterhahn. Ein profiliertes Traufgesims, das in den beiden Lisenen endet, leitet zu dem in Schiefer gedeckten Dach über. Die Spitzbogentür mit neugotischen Gittern aus Schmiedeeisen ist einer mit für den Stil typischen Formsteinen ausgebildeten Neigung angeschlagen. Im Innern der Kapelle ist vermutlich der Fußbodenbelag aus mehrfarbigen Tonfliesen erhalten. Auf dem Altar befindet sich eine neugotische Kreuzigungsgruppe.

Heiligenhäuschen Willy-Brandt-Ring


Das Heiligenhäuschen aus Backstein wird im Jahre 1847 aus Dankbarkeit errichtet; denn ein Jahr zuvor brennt der Bronkhorsthof ab und zum Dank dafür, dass kein Mensch ums Leben gekommen oder schwer verletzt worden ist, stiftet man das Häuschen.

Es ist etwa 3,00 m hoch und besitzt ein kleines, schiefergedecktes Satteldach. Die kleine, rundbogige Holztür mit dem eingelassenen Fenster wird erst 1960 angebracht. Im Inneren befindet sich geschützt hinter einer Glastür eine Muttergottesfigur mit dem Jesuskind, das sie auf dem Arm trägt. Es handelt sich um eine sogenannte Prozessionsmadonna oder auch Anziehfigur, bei der lediglich der Kopf und die Hände aus Holz geschnitzt sind, während der Rumpf aus einem Holzgestell besteht. Darüber trägt Maria ein weißes Gewand, das natürlich nicht mehr das ursprüngliche ist. Maria wird mit Krone und Zepter als Himmelskönigin dargestellt. Das Jesuskind hält die Weltkuppel in der Hand. In der großen, tonnengewölbten Nische befindet sich im Gewölbe vor der Figurengruppe eine Ewig-Licht-Lampe und ein gusseisernes Glöckchen, vor der sich wohl früher die Nachbarschaft zur Andacht versammelt. Regelmäßig im Mai wird die Muttergottes verehrt, und es ist auch üblich, hier bei schweren Krankheiten zu beten.

Foto: Wikipedia - Beschreibung der Denkmalbehörde

Kapelle zu Ehren des Heiligen Konrad von Parzham

Am Grenzweg (Niers)

Um die große Wohnungsnot in den 1930er Jahren zu lindern, baute die Stadt Viersen am Grenzweg eine Wohnsiedlung. Die Absicht der Stadt war, die Siedlung zu einem großen Wohnbezirk auszubauen mit Kirche und Schule. Die Niers ist die Pfarrgrenze von St. Josef. Damals hatte die Niers einen anderen Lauf. Sie ging in großem Bogen um die Siedlungshäuser herum, so daß die Häuser zu St. Josef gehörten. Später wurde der Lauf der Niers begradigt. So kam es, daß die Häuser jetzt auf der anderen Seite der Niers liegen. Die dortigen Bewohner stellten an die Stadt Viersen den Antrag, den Anschluß für elektrisches Licht zu machen. Viersen lehnte das wegen der hohen Kosten ab. Sie wandten sich dann an Neersen. Neersen war bereit,  den  Anschluß  zu  machen,  wenn   Bild (1935)  aus "75 Jahre Grenzweg"                                   die  Häuser  der  Siedlung civiliter  nach Neersen kämen. Viersen stimmte zu. Die Grenze zwischen Viersen und Neersen war also wieder die Niers. Kirchlich jedoch blieb die Siedlung bei St. Josef. Wenn auch die Absicht der Stadt Viersen, dort einen großen Wohnbezirk erstehen zu lassen, sich als eine Fehlplanung erwies, so war es doch der dringende Wunsch der dortigen Gläubigen - es waren etwa 180 Katholiken, - wenigstens eine bescheidene Kapelle für den sonntäglichen Gottesdienst zu errichten. Der Kirchenvorstand von St. Josef faßte einen entsprechenden Beschluß. Der Architekt Freihof erhielt den Auftrag 1935, einen Plan zu entwerfen und die Leitung zu über nehmen. Sein Berater war Architekt Hüskes, Mitglied des Kirchenvorstandes. Die Kosten betrugen 9000 RM. einschließlich 3 Fenster, Altar und Kommunionbank. Der Beitrag wurde durch Kollekten umd freiwillige Spenden aufgebracht. Am 3. September 1935 war das Richtfest. Am 3. November 1935 wurde durch den Dechanten Schüten die Siedlerkapelle eingeweiht. Es war eine schöne Feier, an der bei schönem Wetter viel Volk teilnahm. Die Feier begann um 9.30 Uhr mit der Weihe. Dann zelebrierte der Pfarrer ein Volkshochamt, nachmittags 16 Uhr war eine feierliche Andacht. Tausende sind an dem Tage hinausgepilgert, um das Kirchlein zu besichtigen. Von nun an wird an Sonn-und Feiertagen morgens um 8 Uhr eine hl. Messe gefeiert. Die Urkunde, die im Altar ruht, hat folgenden Wortlaut: 

"Im Namen Christi! Amen!
Heute, am 21. Sonntag nach Pfingsten, am 3. November im Jahre des Heils 1935, als Pius XL glorreich regierender Papst, Adolf Hitler Führer und Reichskanzler des Deutschen Reiches, als Dr. Josef Vogt Bischof von Aachen und Msgr. Dr. Gerhard Kremer Pfarrer der St. Josefsgemeinde war, wurde diese Kapelle an der Niers zur Ehre Gottes und des heiligen Bruders Konrad von Partzham geweiht."
An eben diesem Tage wurde zum ersten Male das hl. Meßopfer in der Kapelle dargebracht.
ge Gott, der Herr, verleihen, daß dieses Gotteshaus ein Haus des Friedens und der Gnade sei für viele Geschlechter. Gebe Gott, daß reicher Segen ausgehe von hier über die Menschen, die hier ihre Wohnung aufgeschlagen haben, und über ihre Felder und Fluren.
Jhr seid nicht Fremdlinge, ihr seid Hausgenossen Gottes' Eph. 2.19."

Das schöne St.-Konrad-Bild erhielt die Konradskapelle Ende 1937. Es ist gemalt von Ferdinand Schule, Stuhlingen. Den Rahmen schuf die Werkstatt Maria Laach. Die Reliquien besorgte P. Ignatius von Stuhlingen. Die feierl. Weihe des Bildes war am 5. Dezember und die Aufstellung in der Konradskapelle am 12. Dezember 1937.

Text aus: Geschichte der Pfarre St. Josef Viersen und der Tochterpfarre St. Marien von 1879 bis Ende 1962 (Paul Dickmann)

Hubertuskapelle Sitzstadt

Die St. Hubertus-Kapelle ist eine von drei noch erhaltenen Wegekapellen im Stadtgebiet von Alt-Viersen. Die Kapelle befindet sich in der Sitzstadt in der Sektion Oberbeberich und ist etwa in der zweiten Hälfte des 19. Jh. erbaut worden.
Nach mündlichen und glaubwürdigen Überlieferungen ist die St. Hubertus-Kapelle eine Stiftung der Familie Bongartz, die in der Sitzstadt wohnte. Der Volksmund berichtet, dass diese Familie eine kranke Tochter hatte, die erst 18 Jahre alt war. Die Eltern der Tochter legten ein Gelübde ab, dass sie im Falle einer Heilung ihrer Tochter eine Kapelle errichten würden. Leider verstarb die Tochter. Die Eheleute Bongartz bauten dennoch die Kapelle.
Im Jahre 1922 übergaben die Erben der Familie Bongartz der 1893 errichteten Pfarre St. Peter das Heiligenhäuschen mit einem etwa 5 ar großen Grundstück als Stiftung.
Obschon die Nachbarn die Kapelle in Ordnung hielten, war sie Ende der 60er Jahre so stark verfallen, dass man sie abbrechen wollte. Daher nahm sich 1972 die Bruderschaft der Kapelle an, da sie mit einem Abbruch keineswegs einverstanden war.
Nach grundlegender Sanierung des Heiligenhäuschens wurde es während des 80. Stiftungsfestes der Bruderschaft 1973 neu eingeweiht und trägt seitdem auch den Namen des hl. Hubertus. Die Pfarre St. Peter übertrug zudem der St. Hubertus-Bruderschaft die Patenschaft über die Kapelle.
Die Bruderschaft hegt und pflegt das Kapellchen in der Sitzstadt. Just im Jahr 2003 fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten in und an der Kapelle statt. Seitdem beherbergt sie eine Holzfigur des heiligen Hubertus. Auch der seinerzeit provisorische Altar wurde durch einen umgestalteten alten Beichtstuhl der Pfarrkirche St. Peter ersetzt. Damals wie heute finden sich viele Sektionsbewohner am Kapellchen ein, um einen Augenblick die Stille zu genießen.

Kapelle Bebericher Grund

Kapelle Maria im Bruch

Kapelle Maria im Bruch

Am ersten Maitag 1952 zog eine Prozession über die Clöratherstraße zum Bruch, um den Grundstein zu einer kleinen Marienkapelle zu legen. Vielleicht wird mancher, der im Laufe der Zeit mal zum Bruch spazierengeht, dort ein Ave beten" (Pfarrchr.).

Ein Jahr darauf wurde die Kapelle im Bruch mit Feier einer hl. Messe als Stätte d,er Marienverehrung geweiht. 1954 setzte man in unmittelbarer Umge­bung 100 Pappeln.

Am 1. Mai 1955 erhielten die Kapellenfenster eine Buntverglasung. Eine Pieta in Stein von Schmitz-Wickermann, Viersen-Süchteln, war schon 1953 einge­bracht worden. Die Altarplatte hatte die Firma Papais in Viersen gestiftet (Pfarrchr.). Noch heute ziehen die traditionellen Bittprozessionen von St. Notburga zur Kapelle Maria im Bruch, wo zum Abschluß die hl. Messe ge­feiert wird.

(aus einem Pfarreigendruck: St. Notburga Viersen-Rhaser 1923-1973)